An einem Tisch für Pflege-WGs
18.05.2017 13:13

Pressemitteilung

An einem Tisch für Pflege-WGs
 

In den Räumen des Wasserturms in Stromeyersdorf fand am 4. Mai  die Auftakt-Veranstaltung zur Gründung und Betrieb zweier ambulant betreuter Wohngemeinschaften in Konstanz statt. Sie werden für Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf errichtet.
 
Am Tisch saßen sämtliche Akteure, die bislang an der Planung der beiden Wohngemeinschaften beteiligt waren. Dabei waren unter anderem Vertreter der Spitalstiftung, der Caritas, des Vereins Miteinander Leben, des Sozial und Jugendamtes, der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WOBAK) sowie des Spar- und Bauvereins. Die Beteiligten besprachen die Herausforderungen, die mit der Gründung und den Betrieb einer ambulant betreuten WG einhergehen.
 
Eine WG entsteht im Erich-Bloch-Weg Zunächst wurden die bereits bestehenden Projekte der Spitalstiftung und der Caritas vorgestellt und über den jeweils aktuellen Stand der Planung und Umsetzung informiert: Der Spar- und Bauverein realisiert in einem Neubau eine Wohngemeinschaft für acht Personen im Erich-Bloch-Weg. Auch diese WG wird trägergestützt sein. Die Spitalstiftung konnte als Betreiberin gefunden werden. Im Erich-Bloch-Weg haben die Bauarbeiten bereits begonnen und der Bezug ist für 2018 geplant. Der Caritasverband Konstanz plant eine trägergestützte ambulant betreute WG in Dettingen für 12 Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf. Hier ist die WOBAK der Bauherr. Die Caritas hofft nach der Freigabe des Bebauungsplans für Dettingen auf eine Umsetzung im Jahr 2019.

Klärungsbedarf auch bei kleinen Fragen Im weiteren Verlauf wurde geklärt, welcher Träger bei welchen Fragen Unterstützung benötigt. Bemerkenswert war, dass trotz unterschiedlichem Planungsstand sowohl die Caritas als auch die Spitalstiftung an den gleichen Fragestellungen arbeiten. Der Fokus lag dabei besonders auf den Fragen zum Personalaufwand, Vertragsgestaltung, Versicherung, Baurecht sowie Brandschutz oder Mietpreisgestaltung. Zentral war außerdem die Frage, wo die Verantwortung der Träger aufhört und wann die Angehörigen in der Pflicht sind. Das kann schon bei dem einfachen Austausch einer defekten Glühbirne beginnen. Wer besorgt die neue Birne, wer bezahlt sie und wer ist verantwortlich, sie schließlich in die Fassung zu schrauben? Wer darf, ohne die anderen Beteiligten zu informieren, Entscheidungen treffen?  
 
Spitalstiftung und Caritas machen sich gemeinsam auf den Weg „Das Bemerkenswerte ist, dass sich die zwei größten Träger von AltenhilfeEinrichtungen in Konstanz, die Spitalstiftung und die Caritas, sich für diese gemeinsame Prozessbegleitung zusammengefunden haben. Es herrscht wirklich eine tolle Atmosphäre“, sagt Petra Böhrer von der Altenhilfe-Beratung der Stadt Konstanz. Am Ende der Veranstaltung stand fest, welcher Fragen gesondert für jede WGGründung geklärt werden müssen und bei welchen Fragen Synergien zwischen beiden Trägern möglich sind. Deutlich wurde auch, dass Pflegewohngemeinschaften kein günstiger Ersatz für Pflegeheime sind. Tatsächlich sind die Kosten am Ende vergleichbar hoch. Sie sind vielmehr eine Ergänzung zum bestehenden Angebot, bei dem die Bewohner und auch die Angehörigen mehr Selbständigkeit, Freiheit und Mitspracherecht besitzen. In diesen WGs steht eben nicht nur die Pflege im Vordergrund stehen, sondern der Alltag. Der Alltag lässt sich hier individueller gestalten, bedeutet aber auch mehr Organisationsaufwand.
 
Auch das Sozial- und Jugendamt engagiert sich Angeregt wurde die Prozessbegleitung durch das Sozial- und Jugendamt (SJA), das die Finanzierung für die Begleitung durch Demenz Support zur Verfügung gestellt hat. Die Begleitung soll dazu beitragen, dass Wohngemeinschaften entstehen, die Vorbildcharakter für weitere Gründungen haben. Weitere gemeinsame Veranstaltungen beider Träger sind geplant, so zum Beispiel zum Thema Personalplanung. Die Altenhilfe-Beratung des SJA wird den Prozess begleiten und die Fragestellung für weitere WG-Gründungen dokumentieren.
 
Miteinander auf den Weg machen Ein positives Fazit zog auch Alfred Kaufmann, Leiter des Sozial- und Jugendamtes: „Es ist beeindruckend, dass sich die Träger miteinander auf den Weg machen und wie intensiv sich die Träger auf den Betrieb der WGs vorbereiten. Diese können allerdings auch nur funktionieren, wenn sie gut organisiert sind. Gleichzeitung müssen die Träger auch lernen, Verantwortung an die künftigen Bewohner und deren Angehörigen abzugeben, die in einer WG eine andere Rolle spielen, als in einem klassischen Pflegeheim.“

 

Von links nach rechts ,stehend: Andreas Hoffmann (Geschäftsführer der Caritas in Konstanz), Annette Bortfeldt (Pflegedienstleitung der Spitalstiftung), Maike Schäberle (Projektmitglied bei der Spitalstiftung für das Thema Wohngemeinschaften), Hans-Joachim Lehmann (Geschäftsführer/ Referent der Geschäftsführung bei der WOBAK), Alfred Kaufmann (Amtsleitung SJA), Frau Rathgeb (Miteinander Leben e.V. in Dettingen), Nadin Weltin (Assistenz der Geschäftsführung bei der Caritas/ Projektleitung für die WG in Dettingen), Almut Schäfer (1. Vorsitzende Miteinander Leben e.V.), Petra Böhrer (Altenhilfe-Beratung), Thomas Utz (Spar- und Bauverein); Sitzend: Dr. Beate Radzey und Christina Wissmann (Demenz Support Stuttgart), Marianne Stumpf (Altenhilfe-Beratung).

Zurück

"Nach oben"

Kontakt

Spitalstiftung Konstanz
Luisenstraße 9
78464 Konstanz
+49 / 07531 801-3001
+49 / 07531 801-3009

Service

© 2016 Spitalstiftung Konstanz